Augenheilkunde

Der medizinische Fortschritt in der modernen Augenheilkunde macht es möglich, dass wir unsere Sehkraft bis ins hohe Alter behalten können. Heute stehen für eine schwächer werdende Sehkraft und die meisten ernsthaften Augenerkrankungen erprobte und individuelle Therapien zur Verfügung. Als Patient haben Sie einen Anspruch auf eine kompetente Behandlung. Wir wollen zur Erhaltung der Gesundheit Ihrer Augen und Ihrer Lebensqualität beitragen – mit einer eingehenden persönlichen Beratung und detaillierten Informationen. 

Grauer Star (Katarakt)

Als grauer Star (Katarakt) wird die Eintrübung der Augenlinse bezeichnet. Durch eine Untersuchung mit einem speziellen Mikroskop (Spaltlampe) können bereits frühe Anzeichen des grauen Stars erkannt werden. Anhand weiterer Untersuchungen kann eingeschätzt werden, ob und in welchem Ausmaß eine Entfernung des grauen Stars zu einer Verbesserung des Sehens führen würde.  

Im Rahmen der Operation wird die trübe Linse mit einem speziellen Verfahren verflüssigt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Die Stärke (Brechkraft) der Kunstlinse, die bei der Operation eingesetzt wird, wird für Sie individuell berechnet. Dabei können vorher bestehende Fehlsichtigkeiten ganz oder teilweise beseitigt werden.

Sogenannte multifokale Linsen können durch eine raffinierte Optik den „brillenlosen Sehbereich” vergrößern.

Weitere Sonderlinsen können Stabsichtigkeiten (Astigmatismus) ausgleichen. Kosten für Sonderlinsen werden üblicherweise nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.  

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Grüner Star (Glaukom)

Als grünen Star (Glaukom), bezeichnet man eine Augenerkrankung bei der meistens ein erhöhter Augeninnendruck zum Verlust von Fasern des Sehnerven (Nervus opticus) führt. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf macht sich dies an der Austrittsstelle des Sehnerven (Papille) als zunehmende Aushöhlung (Exkavation) bemerkbar. 

Früher oder später entstehen typische Ausfälle in den Gesichtsfeldern der Augen, bis es schließlich zur vollständigen Erblindung kommt. Das Dilemma hinsichtlich einer rechtzeitigen Entdeckung des grünen Stars besteht darin, das er im Frühstadium keinerlei Beschwerden verursacht. Daher sollten zur Vorsorge spätestens etwa ab dem 50. Lebensjahr regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt erfolgen (etwa alle 6 Monate). Das Ziel ist, die Erkrankung im Frühstadium noch vor einer funktionellen Beeinträchtigung  zu erkennen und zu behandeln.

Die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung wird nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. 

Makula-Erkrankungen

Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung der Stelle des schärfsten Sehens, der sogenannten Makula.
Die Makuladegeneration beginnt schleichend, meistens zunächst nur auf einem Auge. Die Betroffenen klagen oft anfangs über verzerrtes Sehen. Erst später kommt es zu einer Verschlechterung der Sehkraft. 

Sind beide Augen betroffen, ist Lesen nicht mehr möglich, Gesichter werden nicht mehr erkannt und Fernsehen ist nur noch eingeschränkt möglich.

Zur Diagnostik der Makuladegeneration werden verschiedene Tests durchgeführt. Neben den üblichen  Sehtests gehören hierzu die Untersuchung der Netzhaut bei erweiterter Pupille, eine Farbstoff-Angiographie und optische Schichtaufnahmen der Netzhaut ("Optische Cohärenztomographie": OCT).

Handelt es sich um eine sogenannte "trockene Makuladegeneration", so ist die Netzhaut ausgedünnt und nicht mehr hinreichend ernährt. Eine Behandlung ist nicht möglich. Ergeben die Tests, dass es sich um eine sogenannte "feuchte Makuladegeneration" handelt, hat sich unter der Makula Flüssigkeit angesammelt hat, die meist aus einem neu gewachsenen Blutschwämmchen austritt. In diesem Fall muss so schnell wie möglich eine Behandlung durchgeführt werden. Die Behandlung ist in der Regel chirurgisch und reicht von der Injektion speziell hierfür entwickelter Medikamente in den Augapfel (z.B. Lucentis®, Eylea® oder Avastin) bis zur Entfernung des Glaskörpers in Kombination mit der Gabe von Medikamenten oder Verlagerung der Makula (Makularotation).  Nur noch sSelten kommt heute noch die photodynamische Therapie (PDT) oder die Argon-Laserbehandlung zum Einsatz.

Manchmal entsteht ein Häutchen oder ein Loch im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens. Die Beschwerden sind ähnlich denen, wie Sie bei der feuchten Makuladegeneration beschrieben werden. Diese Häutchen lässt sich chirurgisch im Rahmen einer Glaskörperoperation entfernen. Auch bei einem zentralen Netzhautloch besteht eine Behandlungsmöglichkeit  durch einen Glaskörper/Netzhautchirurgischen Eingriff. 

Glaskörper-Erkrankungen

Der Glaskörper ist eine durchsichtige, gelartige Flüssigkeit zwischen Linse und Netzhaut, die unser Auge in Form hält. Zu den bedeutendsten Glaskörper-Erkrankungen zählen die Glaskörperabhebung, die Eintrübung des Glaskörpers durch eine verringerte Durchsichtigkeit des Glaskörpers und die Glaskörper-

destruktion, also die altersabhängige Veränderung des Glaskörpers vom Gel- zum Solzustand. Die Glaskörper-Erkrankungen stehen meistens im Zusammenhang mit Netzhaut-Erkrankungen.

Bei der Glaskörperabhebung kommt es zur Loslösung des Glaskörpers von der Netzhautinnenfläche etwa bei Augenprellungen, -operationen oder Entzündungen. Symptome der Glaskörpereintrübung (Mouches volantes oder auch ‘Fliegende Mücken’) sind kleine schwarze Punkte oder Flecken im Sichtfeld, die sich in huschender Weise gemeinsam mit der Blickrichtung verschieben. Die Glaskörperabhebung kann eine Alterserscheinung oder die Folge einer Verletzung sein. Sie steht i.d.R. in Zusammenhang mit einer Netzhaut-Erkrankung bzw. in Folge mit einer Netzhautablösung. Genaue Diagnosen zu Glaskörper-Erkrankungen kann nur Ihr Augenarzt stellen, über sinnvolle Therapie- und Behandlungsformen sollten Sie sich individuell beraten lassen.

Netzhaut-Erkrankungen

Die meisten Augenkrankheiten betreffen die Netzhaut. Zu den häufigsten gehören Makula-Erkrankungen sowie Retinitis Pigmentosa. Ursache für Netzhauterkrankungen sind oft andere Krankheiten, wie Diabetes, Bluthochdruck oder Grüner Star, die oft Gefäßerkrankungen an der Netzhaut nach sich ziehen. 

Viele Gefäßerkrankungen können medikamentös geheilt oder gestoppt werden. Zum Teil sind auch chirurgische Eingriffe möglich.

Retinitis pigmentosa bezeichnet verschiedene erblich bedingte Netzhauterkrankungen. Die Krankheitsformen der Retinitis pigmentosa, auch Retinopathia pigmentosa genannt, sind durch einen voranschreitenden Ausfall des Gesichtsfeldes gekennzeichnet. Eine Therapie und vorbeugende Maßnahmen existieren für die meisten Formen leider bislang nicht. Meist setzt sich der Gesichts-
feldausfall vom äußeren Rand zum Augenzentrum hin fort. Die Symptome werden auch als Tunnelblick- oder Röhrenblickgesichts-
feld bezeichnet. Die Patienten haben den Eindruck, als ob sie durch ein Rohr sehen um das sich ein schwarzer Rand befindet. Relativ selten ist das Usher-Syndrom, ein erbliches Krankheitsbild mit einer Kombination aus Sehstörung und Einschränkung des Hörens, für das es bislang ebenfalls keine Heilung gibt. Sehr wichtig ist, Patienten mit einer erblichen Vorbelastung regelmäßig zur Vorsorge gehen – nur so lassen sich rechtzeitig Maßnahmen ergreifen.

Diabetes und Auge

Eine Komplikation des Diabetes mellitus ist die Retinopathie. Das Risiko, eine  Retinopathie zu entwickeln, beträgt nach zwanzigjährigem Bestehen eines Diabetes mellitus ca. 90%. Eine rechtzeitige Vorsorge ist daher zur Prophylaxe der Erblindung von höchster Bedeutung.

Die Diagnose kann durch eine Untersuchung des Augenhintergrundes bei erweiterter Pupille gestellt werden. Zur Abklärung des Ausmaßes der vorliegenden Veränderungen kann eine Farbstoffangiographie nötig sein.


Durch Einführung innovativer Medikamente haben sich  in letzter Zeit neue Möglichkeiten der Behandlung des diabetischen Makulaödems  ergeben. Durch Injektion von Wirkstoffen direkt in den Glaskörper des Auges (z.B. Lucentis®, Iluvien®) kann häufig ein Makulaödem zum Abklingen gebracht werden, was mit einer Verbesserung der Sehschärfe einhergehen kann.
Allerdings muss die Injektionbehandlung mehrmals wiederholt werden.

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